Projektionen einfangen: Die Pico-Beamer

von Stefanie Plappert

ROT. Eine Filminstallation im Raum ist ein Erfahrungsraum, der sich der Wirkung der Farbe Rot im Film widmet. Zu sehen sind Ausschnitte aus fertigen Filmen – aber was passiert hinter den Kulissen, bei der Filmproduktion, was sind die vorausgehenden Überlegungen zur Erzeugung von Farbe und damit Wirkung?

Antworten aus unterschiedlichen Perspektiven bieten die Bodenprojektionen im Ausstellungsraum, die das Publikum mit der Arbeit verschiedener filmischer Gewerke in Kontakt bringen. Filmschaffende aus den Bereichen Kostümbild, Maskenbild und Set-Design berichten von ihren Erfahrungen mit Farbgestaltung und ihren eigenen Konzepten und Ideen.

Walter Plunkett etwa, der Kostüme für die großen Produktionen der glamourösen Hollywood-Ära wie Victor Flemings GONE WITH THE WIND (US 1939), befasste sich ausgiebig mit der Beschaffenheit und Farbigkeit sowie mit der Wirkung von Stoffen vor der Kamera, ehe er überhaupt eine Skizze anfertigte. Die Bodenprojektionen machen deutlich, dass sämtliche Gewerke ein Zusammenspiel bilden: auch das Kostüm einer Filmfigur entsteht unter Berücksichtigung von Ausleuchtung, den Räumen und Kulissen, den Kostümen und nicht zuletzt natürlich der erzählerischen Handlung.

Zwei Bodenprojektionen sind der Farbgestaltung nach Abschluss der Dreharbeiten, also in der Postproduktion, und dem Erhalt von Filmfarben und ihrer Archivierung gewidmet. Hier werden Färbetechniken im analogen Film und Verfahren wie das „Colour grading“ im digitalen Bereich ausgeleuchtet, und auch der Verlust von Farbigkeit, der besonders bei analogem Filmmaterial nach längerer Lagerung auftreten kann, sowie Möglichkeiten des Erhalts bzw. der Wiederherstellung von Filmfarbe werden thematisiert.

Den Blick hinter die Kulissen können sich die Besucher/innen selbst einfangen: Tritt man mit einem der im Eingangsbereich zur Verfügung gestellten Karten aus weißem Karton unter den Projektionsstrahl treten, und sich die Inhalte auf die papiernen „Leinwände“ holen.

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